Und schon ist das #histocamp rum

Am Wochenende war es dann – nach ein paar Monaten der Vorbereitung und der Vorfreude fand am Wochenende das histocamp statt, das erste BarCamp für alle, die an und mit Geschichte arbeiten.

Es war wunderbar. Wir hatten ein tolles Orgateam, denen ich allen an dieser Stelle nochmal ganz doll danken möchte. Wir hatten geniale Sessions, spannende Diskussionen und nette Gespräche. Falls es überhaupt zur Debatte steht – ich möchte unbedingt nochmal ein histocamp haben.

Ich werde bestimmt noch was zu den einzelnen Sessions schreiben, die ich gesehen habe – und auch was über die Session, die ich gehalten habe. Aber hier möchte ich über die Archivführung im AdsD schreiben. Denn der Samstag in der FES war ein ganz besonderer Tag für mich als Historiker – ich war das erste Mal im Archiv.

20151128_133152Das Archiv hat 56 laufende Kilometer an Aktenmaterial und weiterem Archivgut, verteilt auf 3 Stockwerke im Keller. Diese sind allesamt lüftungs-, teilweise sogar klimakontrolliert. Begonnen hat das jetztige Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) mit Unterlagen sozialdemokratischer Widerstands- und Untergrundsgruppen der NS-Zeit, und es sammelt zudem natürlich Dokumente der bundesrepublikanischen SPD, verwandter Organisationen und ebenso vieler Gewerkschaften. Einiges des Sammlungsbestands besteht auch aus bedeutend älterem Material, etwa den Briefen von Rosa Luxemburg an ihren Geliebten.

EDIT: Ursprünglich hatte ich Rosas Namen ‚Luxembourg‘ geschrieben; tatsächlich ist die Schreibweise ‚Luxemburg‘ bzw. ‚Luksenburg‘ in der nicht eingedeutschten Schreibweise. Danke an Hanna  für den Hinweis.

20151128_135825 Was ich nicht wusste, war, dass Archive sehr oft damit kämpfen, dass die ihnen zugetragenen Materialen so ungeordnet ankommen, dass es notwendig ist, in langer Arbeit eine eigene Ordnungslogik zu entwickeln. Wenn dann doch mal ein Aktenplan mit den Unterlagen kommt, dann freuen sich Archivare. Und das sieht dann so aus:

20151128_134342Natürlich finden sich im AdsD auch viel zu den bundesrepublikanischen Granden der Sozialdemokratie. Stellvertretend dafür sieht man im Bild die Aktentaschen von Herbert Wehner – teilweise noch mit Originalfüllung:

20151128_134648

Oder ein Zettel, auf dem 1966 die Verhandlungsergebnisse für die 1. Große Koalition festgehalten wurden:

20151128_134930Insgesamt war es ein sehr spannender Ausflug in die Tiefen des Papierdschungels, der sicher noch viele spannende Geheimnisse enthält und viele Historiker/innen noch lange beschäftigen wird. Danke nochmal für die schöne Führung durch das AdsD!

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Über Tobias Jakobi

youtube.com/user/historytoby
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Eine Antwort zu Und schon ist das #histocamp rum

  1. Hanna schreibt:

    Hallo!
    Sie heißt tatsächlich einfach Luxemburg. Oder Luksenburg , wenn man den Geburtsnamen nimmt…
    Viele Grüße
    Hanna

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