Neue Organisation

Ich war vor ein Tagen in Bonn zur Gründung des Vereins, der das Histocamp ausrichten möchte (unbedingt auf den Link klicken!). Dadurch werde ich in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten einiges mehr an Arbeit haben; diese Arbeit kommt zusätzlich zu meinen vielen anderen Projekten, manche darunter so komplex wie meine Masterarbeit. In den letzten Monaten ist es mir bereits öfters passiert, dass ich Termine nur knapp, teilweise versehentlich oder mal auch gar nicht einhalten konnte – so habe ich etwa verpasst, eine Studienleistung in meinem letzten Nebenfach-Modul abzugeben, was dazu führte, dass ich meine Modulprüfung verschrieben musste.

Passenderweise hat der EduTuber CGP Grey in seinen Podcasts HelloInternet und Cortex über Arbeitsmethoden, speziell über die ‚Getting Things Done‚ Methode, gesprochen. Auch wenn ich selbst das Buch nicht sonderlich gut finde, ist die Methode doch recht interessant:

Die Grundidee ist, sämtliche Projekte, Ideen und ToDos aufzuschreiben – quasi den Arbeitsspeicher des Gehirns für seine Hauptaufgabe, das Denken, zu leeren und die  Energie, welche das Erinnern von ToDos benötigt, zu verringern. Diese Grundidee habe ich genommen und versuche jetzt, mittels Evernote und ToDoIst eben dieses Prinzip umzusetzen. Auf Evernote habe ich eine Reihe von Notizbüchern angelegt; eins davon heißt „Scraps of Paper“, dann kommen zwei Notizbücher mit dem Namenszusatz „Listen“, einige haben einen Titel, der mit „Projekt“ startet und einige haben einen Titel, der die Bezeichnung „Thema“ trägt.  Diese Notizbücher haben alle eine Zwillings-ToDo-Liste auf der ToDoIst-Seite.

In „Scraps of Paper“ sammele ich alles, was mir so unterwegs einfällt. Egal ob es ein neues Thema für meinen Podcast ist, oder ein Essen, das ich gerne kochen würde: Es kommt hier rein. Jeden Montag – so ist der Plan – gehe ich die Scraps der letzten Woche durch, lösche, was sich doch nicht als relevant herausstellt und verteile die restlichen Scraps auf die entsprechenden Notizbücher. Dann gehe ich hin und schaue, ob die Scraps relevante ToDos enthalten; wenn dem so ist, schreibe ich ein ToDo (welches unbedingt ein Verb enthalten muss!) plus den Kontext dazu. Der Kontext ist dabei der Ort, an dem ich das ToDo erledigen muss. Für morgen steht etwa in meiner Liste: 1) Eder, Diskursanalysen einpacken @Wohnung; 2) Eder, Diskursanalysen abgeben @UniTrier. Auf ToDoIst kann ich dann morgen früh suchen „Heute @Wohnung“ und bekomme alles angezeigt, was ich zu dann dort zu tun habe. Später kann ich dann „Heute @UniTrier“ suchen, und sehe _nur_, was ich dort zu erledigen habe. Bin ich an der Uni und habe noch mehr Zeit, suche ich einfach „@UniTrier“ und sehe alle ToDos an der Uni und kann etwas vorziehen, wenn es geht. Und schließlich kann ich „Heute @Laptop“ suchen und sehe alles, was ich am Computer arbeiten muss.

Die beiden „Listen“-Notizbücher stehen auf einem Metalevel; einmal ist das eine Maybe/Someday-Liste, wo so Dinge stehen wie „Nach Rom reisen“ oder „Onkel Willibrord erforschen„; Sachen, die irgendwann mal Projekte oder Themen werden könnten, aber im Moment nicht passen. Damit ich sie nicht vergesse, bleiben sie hier und können, wenn es denn geht, ausgebaut werden. Das andere ist eine „Organisations“-Liste; hier habe ich ToDos, die mit der Organisation meiner ToDo-Liste zu tun haben; etwa „Überprüfen, ob Evernote und ToDoIst synchronisiert sind @Laptop“.

„Projekte“ enthalten ToDo-Listen, welche einen definierten Anfang und ein definiertes Ende enthalten; meine Masterarbeit und meine mündliche Prüfung fürs Staatsexamen sind solche Projekte. „Themen“ sind ToDo-Listen, die kein definiertes oder absehbares Ende haben. Darunter fällt etwa mein Hund: „Thema: Kenny“ enthält z.B. das alle paar Monate wiederkehrende ToDo „Bei Tierarzt nach Wurmkur erkundigen“.

Ich bin mal gespannt, was mir das bringt – ich habe das Gefühl, dass diese starke Strukturierung wirklich klar macht, was wann zu tun ist. Vor allem die Kontexte (@UniTrier, @Wohnung, @Laptop) sind hilfreich – an der Uni will ich nicht daran erinnert werden, dass ich bei meinem Nachbar ein Paket abholen muss. Wer mehr über die Methode erfahren will, sollte sich NICHT das Buch kaufen, sondern lieber die zweite Hälfte der 39. Folge von HelloInternet hören.

Advertisements

Über Tobias Jakobi

youtube.com/user/historytoby
Dieser Beitrag wurde unter Meta abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Neue Organisation

  1. Pingback: Neue Organisation wirkt | history according to toby

  2. Pingback: Ein Problem der offenen Wissenschaft? – Das #Bundesarchiv | Die 'Winzengruppe'

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s