Nutzen Wissenschaftler/innen YouTube aktiv?

Der GoPortis Leibniz-Bibliotheksverbund Forschungsinformation hat eine Studie zur „Nutzung von Social-Media-Diensten in den Zielgruppen der Goportis-Fachbibliotheken“ veröffentlicht, mit der ich mich kurz mit Angelika Schoder von MuSerMeKu unterhalten habe:

Wenn das so wäre, fände ich es es wirklich schade. Der Kanal Periodic Videos zeigt nämlich, wie man Youtube sehr effektiv und mitreißend zur Wissenschaftskommunikation benutzen kann. Hier arbeitet der Journalist Brady Haran mit der Universität von Nottingham zusammen und hat unter anderem ein Video zu jedem chemischen Element veröffentlicht.

Die Frage ist also: (Wie) nutzen Wissenschaftler/innen YouTube zur Wissenschaftskommunikation?

Die GoPortis-Daten können dabei aber nur mehreren Gründen als Annäherung an eine Antwort genutzt werden. So werden YouTube bzw. Videoportale etwa nicht als einzelne Kategorie gewertet, sondern laufen zusammen mit Flickr u.ä. als „Video/Foto Community-Portale“ (S. 23). Von den 2006 Befragten nutzen 424 diese Portale ausschließlich, primär oder zumindest zu einem signifikanten Anteil aus beruflichen Gründen. (S. 30). Insgesamt nutzten 482 Befrage diese Portale mindestens einmal in der Woche (S. 32).

Zudem wird in einer Frage die Art der Nutzung abgefragt; dabei gibt es für YouTube, Flickr & Co. die drei Items „Videos/Fotos ansehen“, „Videos/Fotos hoch- bzw. runterladen“ und „Videos/Fotos kommentieren“. Es wäre m.E. hilfreicher gewesen, hier getrennt das eher passive „Videos/Fotos ansehen und runterladen“, das aktivere „Videos/Fotos kommentieren“ und das aktive „Videos/Fotos hochladen“ abzufragen. So hätte man leichter erkennen können, inwiefern die Erstellung visueller und audiovisueller Medien Teil der wissenschaftlichen Arbeit ist.  Die hauptsächliche Nutzung scheint in der Vorführung von Videos und Fotos als Lehrmaterial zu sein.

Aber immerhing gaben 186 Befragte an, dass YouTube/Flickr/etc. Teil ihrer beruflichen Wissenschaftskommunikation seien. Im Gegensatz dazu aber sagten 60,6% der Befragten, dass sie diese Portale vorrangig nicht nutzten, da kein Bedarf bestünde oder kein Mehrwert zu erkennen sei.

Das finde ich sehr schade. Ich glaube, dass es viele Möglichkeiten gibt, Wissenschaft über Videos zu kommunizieren; auch, dass ein Bedarf besteht, über die neueste Forschung zu berichten, und zwar am besten durch die Forscher/innen selbst. Ein paar aktive YouTube-Kanäle zur deutschen Wissenschaftslandschaft – etwa ein audiovisuelles Analog zum genialen Resonator-Podcast – würde den Hochschulen und Forschungszentren in diesem Land gut stehen.

 

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Über Tobias Jakobi

youtube.com/user/historytoby
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