Zur Kategorie „Willibrord Lay“

Ich bin zumindest digital ein Ordnungsfreund und bin daher von den WordPress-Funktionen, Blogbeiträge in Kategorien und Schlagwörter einzuordnen, sehr begeistert. Dieser Eintrag ist der erste in meiner neuen Kategorie „Willibrord Lay“.

Zum ersten Mal von Willibrord hörte ich im September 2010. Ich stand kurz vor meinem Auslandsaufenthalt in Manchester und besuchte noch einmal meine Großeltern. Weil ich gerne mal ein bisschen Ahnenforschung betreiben wollte, hatte meine Oma ein paar Sachen vom Dachboden geholt; darunter auch den Totenzettel und ein Bild ihres Onkels, P. Willibrord Lay, O.S.B.

Am Ende meines vierten Semesters hatte ich mich noch nicht mit Kolonialgeschichte beschäftigt – ich wusste prinzipiell, dass das Deutsche Kaiserreich vor dem 1. Weltkrieg diverse Kolonien hatte, aber genaueres Wissen hatte ich nicht. Ich fand daher die Angabe, dass Willibrord in Deutsch-Ostafrika gewesen war, zwar interessant und bemerkenswert, aber hinterfragte es nicht weiter. Meine Oma wusste immerhin zu berichten, dass Willibrord irgendwann zwischen Kriegsende 1945 und seinem Tod 1950 noch einmal seinen Heimatort Pünderich besucht hatte und die Ankunft signifikant genug war, dass meine Oma damals (sie muss zwischen 8 und 14 Jahre alt gewesen sein) von ihrem Lehrer die Erlaubnis bekam, die Volksschule zu schwänzen und den „Onkel Pater“ zu sehen.

Nach meinem Auslandsaufenthalt und einer kurzen, weniger erfolgreichen Episode der Beschäftigung mit der Antike begann ich im 5. Semester, Seminare zur Kolonial- und Globalgeschichte zu besuchen. In meinem ersten Master-Semester überlegte ich kurzzeitig, eine Hausarbeit über die Benediktiner in Deutsch-Ostafrika zu schreiben; es wurde nichts daraus (ich fand ein fruchtbareres Thema), aber in dieser Kategorie werde ich das, was ich herausgefunden habe – und bei Gelegenheit noch rausfinden werde, sollte ich neben dem ganzen Quatsch wie Uni und später eine richtige Arbeit zu finden noch Zeit haben, meinem Urgroßonkel nachzuspüren.

Dabei will ich ganz bewusst nicht positivistisch-naiv hier eine Familiengeschichte oder Biographie verfassen, sondern kritisch das transnationale Wirken eines auch in kolonialen Kontexten aktiven Menschen betrachten. Willibrord muss einerseits im Lichte seiner Zeit gesehen werden und zugleich aus der heutigen Perspektive gesehen werden. Es ist zu fragen, wie, wo und warum noch heute welche Spuren von ihm zu finden sind und was diese bedeuten.

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Über Tobias Jakobi

youtube.com/user/historytoby
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