Todesanzeige P. Willibrord Lay O.S.B.

Im folgenden gebe ich den Text der Todesanzeige meines Urgroßonkels, P. Willibrord Lay O.S.B., mit Link-Annotationen in () wieder.

Am Fest Mariä Heimgang (1), am 15. August 1950, verschied unerwartet in unserer Klostermühle im nahen Windach (2), noch gestärkt mit der Kraft der heiligen Salbung (3), unser lieber, teurer hochwürdiger Mitbruder

P. Willibrord Lay O.S.B.

Der Verstorbene war am Fest Mariä Geburt (4), dem 8. Sept. 1878 zu Pünderich a. d. Mosel (5), Diözese Trier (6), in kinderreicher Winzerfamilie geboren. Aber die Weinbergsarbeit seiner Heimatgemeinde genügte ihm nicht, er wollte Arbeiter im Weinberg des Herrn werden. So besuchte er nach der Volksschule das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Trier (7), trat 1899 als Obersekundaner (8) in unser Missionsseminar über und bestand 1901 in Dillingen (8) seine Reifeprüfung. Am 5. Oktober 1902 legte er seine heilige Gelübde ab und wurde am 19. Oktober 1905 in der bischöflichen Hauskapelle zu Augsburg (9) von Bischof Maximilian v. Lingg (10) zum Priester geweiht. Im September 1907 durfte er nach Ostafrika (11) und bald wird die Station Namupa (12) die Stätte seines missionarischen Wirkens. Am 12. November wird er zum ersten Apostolischen Präfekten (13) der neuerrichteten Präfektur Lindi (14) ernannt. Doch bald bricht der erste Weltkrieg (15) aus, um im Oktober 1917 gerät Pater Willibrord in englische Gefangenschaft und muß schweren Herzens für immer von Afrika Abschied nehmen und 1919 nach Europa heimkehren. 1923 übernimmt er für drei Jahre eine neue Aufgabe in einer Neugründung (16) zu Caracas in Venezuela (17). Von 1927 bis Anfang 1933 ist Pater Willibrord in Schloß Fernstein in Tirol (18), und dann führt ihn der Gehorsam als Krankenseelsorger nach Schwandorf in der Oberpfalz (19), wo er fast 15 Jahre lang unermüdlich bei Tag und Nacht den Kranken und Sterbenden als guter Hirte zur Seite steht und viele verirrte Schäflein ins Vaterhaus Gottes heimholt. Dort leistet er auch viele Aushilfen im dortigen Karmelitenkloster (20), besonders an den großen Wallfahrtstagen, und in der Industriepfarrei Wackersdorf bei Schwandorf (21). Im November 1947 kehrt Pater Willibrord in die Erzabtei (22) zurück und war seitdem unseren Mitbrüdern in der Klostermühle zu Windach ein lieber, gütiger Hausvater. In seiner originellen Art und seinem rheinischen Frohsinn hat er daheim und draußen viele Menschen froh gemacht und sie die Härten der Zeit vergessen lassen. Erst in den letzten vierzehn Tagen machte die Herzwassersucht ihm größere Beschwerden. Während ein Mitbruder in der Hauskapelle die Festmesse von Mariä Himmelfahrt feierte und Pater Willibrord sich anschickte zum Empfang der Heiligen Kommunion, wurde er vom Tod überrascht und zur ewigen Kommunion heimgerufen. Maria, die Himmelskönigin, an deren Geburtstag er das Licht der Welt erblickte, möge ihm an ihrem Himmelsfahrtstage das Geleite zum Throne Gottes gegeben haben!

Wir empfehlen die Seelenruhe unseres verstorbenen Mitbruders dem Gedenken der Priester am Altare und dem frommen Gebete der Gläubigen.

E r z a b t e i   S t. O t t i l i e n, 16. August 1950.

Erzabt und Konvent

REQUIESCAT IN PACE!

 

 

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Über Tobias Jakobi

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