Das Missionsdorf – lokales Abbild des Globalen?

Die letzte der vier Monographien für meine Staatsexamensprüfung ist ebenfalls eine Dissertation – und zwar eine Studie über „Die missionarische Gesellschaft“ von Helge Wendt, die an der Uni Mannheim verfasst wurde. Darin verfolgt Wendt das Forschungsziel, die soziale Ordnung, als das Funktionieren einer Gesellschaft, in missionarisch-kolonialen Mikrokontexten zu erforschen und diese mit transnationalen und globalen Fragestellungen zu kombinieren. Dies gelingt Wendt in der Darstellung der ständigen Wandel in den lokalen Strukturen (etwa Missionsdörfern und –stationen), welche durch die sich verändernde Weltlage, die Eigeninitiativen der individuellen Akteure im Kontext ihrer Ausbildung in den Metropolen und die fluktuierende Welt der Diskurse und des Wissens hervorgerufen wurde. Das wichtigste Ergebnis ist, dass in den kleinen Einheiten der kolonialen Wirklichkeit durch transnationale und transkulturelle Kontakte das Idealbild einer europäisch-christlichen Religion nicht aufrecht gehalten werden konnten. Wendt zeigt einen m.E. sehr schönen Gedanken auf: In der hybriden Situation entstanden neue Identitätsformen sowohl bei Europäer/innen und Afrikaner/innen – alle veränderten sich, und vor allem die mit dem Gedanken von ‚Mission und Zivilisation‘ ausgestatteten Europäer entfernten sich aufgrund der lokalen Realität von den diskursiven ‚Wahrheiten‘ ihrer eurozentrischen Wissenswelten.

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Über Tobias Jakobi

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