Vereidigung

Heute, am 01.08.2016, bin ich als Beamter auf Widerruf vereidigt worden. Zusammen mit etwa 40 anderen habe ich Treue dem deutschen Grundgesetz und der rheinland-pfälzischen Verfassung geschworen. Wobei mir aufgefallen ist, dass nur zwei oder drei der Leute, wie auf dem Zettel vermerkt, die rechte Hand hoben. Der hoheitliche Verwaltungsakt schien dennoch ordnungsgemäß durchgeführt worden zu sein.

Das Ganze war so hoheitlich, dass die 4 StudRefs, die erst kurz vor dem heutigen Tag dem Seminar Daun zugewiesen wurden, für die Dauer des Schwurs kurz den Raum verlassen mussten. Wohl, damit sie bloß nicht heimlich mitschwören oder so.

Papierkram gab es natürlich wieder auch. Einiges redundant – ich musste gefühlte 10 Mal meinen Geburtsort, 5 Mal meine Adresse und 3 Mal weitere persönliche Daten angeben, die im Bewerbungsprozess schon mindestens ein-, eher zweimal abgefragt worden waren. Anderes halt nötig: Belehrung zur Korruption, Belehrung zum Infektionsschutz, Belehrung zu Nebentätigkeiten. Jedes Mal mit separatem Formular, dass ich alles verstanden habe und mich dran halte.

Geschenke darf ich übrigens höchstens bis zum Wert von 20-25 Euro annehmen.

Jetzt habe ich erstmal noch drei Wochen Sommerferien. Hausaufgaben habe ich zwar auch, aber die sind schnell gemacht. Wahnsinn, wie schnell man in alte Denkmuster zurückfällt.

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Kurz besprochen: Suki Kim, Without You, There is no Us:

Suki Kim ist auf einer doppelten Geheimmission. In einem säkularen Haushalt aufgewachsen, tritt sie einer Gruppe evangelikaler christlicher Missionare bei. Diese Missionare machen sich nach Nordkorea auf, um dort die Söhne der mittleren Führungsriege des Regimes zu unterrichten und im Geheimen auf den Sturz der Regierung zu hoffen und Hilfe zu leisten, sollte die pseudokommunistische Einparteiendiktatur jemals zusammenbrechen. Die in den USA geborene und aus Südkorea stammende Journalistin präsentiert eine mitreißende Geschichte aus dem abgeschirmten Nordkorea. Sie beschreibt, wie die nordkoreanische Propaganda ihren Schülern das eigene Land als eine der reichsten und am höchsten entwickelten Nationen der Welt präsentiert; diese Schüler aber sind zutiefst erstaunt, als Kim ihren Kindle auspackt, ihnen erzählt, was Skype ist, und erklärt, wie das Internet funktioniert. Das Buch bietet einen aufwühlenden Blick in eine orwellianische Welt voller Angst und Propaganda, in der sogar die hohen Mitglieder des diktatorischen Regimes unterdrückt werden. 

Wertung: 5 von 5 Sternen
Urteil: Daumen hoch

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Kurz besprochen: David Allen, Getting Things Done: The Art of Stress-Free Productivity

Dieses Buch habe ich als Hausaufgabe gelesen – naja, zumindest fast. Nachdem CGP Grey und Brady Haran beschlossen hatten, das Buch in ihrem Podcast „Hello Internet“ zu besprechen, baten sie ihre Hörerschaft, das Buch auch zu lesen. Allens Werk ist ein Klassiker im Bereich der Selbstorganisations-Bücher, und das ist auch nachvollziehbar: Das Buch vermittelt eine sehr vernünftige Grundlage, nämlich dass man zur Selbstorganisation seine „Posteingänge“ organisieren muss und sämtliche To-Dos in einer durchführbaren Art und Weise aufschreibt. Auf die To-Do Liste gehört daher nicht „Wäsche“ sondern „Wäsche aufhängen“. Diese Grundlage wird dem Lesenden aber auf eine nicht besonders angenehme Weise näher gebracht. Das Buch ist ein Konglomerat langer, redundanter Absätze und daher sehr anstrengend zu lesen. Zudem müsste eine 2015 überarbeitete Neuauflage mehr zum Umgang mit digitalen Posteingängen (Emails, Smartphone Push Benachrichtigungen, etc) enthalten, um ein wirklich relevantes Buch zum Thema Selbstorganisation zu sein,

Wertung: 3 von 5 Sternen
Urteil: Daumen hoch.

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Kurz besprochen: Peter Thiel & Blake Masters: Zero to One: Notes on StartUps, or How to Build the Future

In diesem Buch wollen Thiel und Masters erklären, warum manche Technik-Startups, so wie Facebook und PayPal, aufblühen, während der Großteil dieser Unternehmen schnell bankrott gehen. Während man einige interessante Einblicke in die Geschichte und internen Vorgänge solcher Technikfirmen aus dem Silicon Valley erhält, besteht der Großteil des Buches aus Anekdoten, mit denen Thiel zeigen will, warum er erfolgreich war und so viele andere nicht. Das Buch besteht daher hauptsächlich aus allgemein gehaltenen Argumenten, welche alle einem Muster folgen: „Startup X machte den Fehler, dies zu tun, sie hätten aber jenes tun sollen…“ Die Autoren verlieren am Ende völlig ihr Ziel aus den Augen und versuchen, mit dem Aufstieg und Niedergang von Britney Spears analog die Vor- und Nachteile bestimmter persönlicher Eigenschaften von Firmengründern zu erklären. Abgesehen von den kurzen Einblicken in die Geschichte von PayPal und Co. ist dieses Buch absolut nicht die Lesezeit wert.

Wertung: 1,5 von 5 Sternen
Urteil: Daumen runter

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Kurz besprochen: Andy Weir, The Martian

Ein Astronaut strandet auf dem Mars, und während er sein Bestes gibt, um nicht zu sterben, setzt die NASA alle Hebel in Bewegung , ihn wieder zurück zu holen. Eine mitreißende Geschichte mit viel Wissenschaft und angenehm wenig Science Fiction. Obwohl einige der Nebencharakter vielleicht etwas zu stereotyp sind, so ist der Protagonist interessant und sympathisch genug, dass der/die LeserIn unaufhörlich mit ihm mitfiebert. Die einzigen größeren Kritikpunkte an der Story sind die doch sehr konstruiert wirkende Kooperation zwischen der NASA und China, und das abrupte Ende der Geschichte. Aber insgesamt bietet The Martian einige Stunden Unterhaltung und liefert Einblicke in die Gefahren und Möglichkeiten der Raumfahrt in der nahen Zukunft.

Bewertung: 4 von 5
Urteil: Daumen hoch.

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Kurz besprochen: Volker Zastrow, Gender: Politische Geschlechtsumwandlung

Zastrows Abhandlung über eine angeblich politische Geschlechtsumwandlung ist eines der Werke, welche hinter der Erforschung der gesellschaftlichen Auswirkungen von biologischem und sozialen Geschlecht (sex/ gender)  eine Verschwörung sieht, welche die ’natürliche Aufteilung Mann/ Frau‘ abschaffen will. Der Autor schreckt dabei nicht vor unhaltbaren Unterstellungen, der Präsentation falscher Fakten und abenteuerlichen Schlussfolgerungen zurück.

Bewertung: 0,5 von 5 Sternen
Urteil: Daumen runter

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Kurz besprochen: Peter Longerich, Joseph Goebbels: Die Biographie

Longerichs Darstellung von Joseph Goebbels is eine gut geschriebene und kompakte Darstellung des Lebens eines der einflussreichsten Männer im ‚Dritten Reich‘. Das einzige Problem ist, dass der Autor konsequent versucht, eine Psychoanalyse von Goebbels zu erstellen und darauf besteht, dessen sämtliche Taten mit einem Kindheitstrauma zu erklären. Während der Hauptteil der Biographie glücklicherweise ohne den Versuch eine Psychoanalyse auskommt, so wird das Narrativ durch den immer wiederkehrenden Bezug auf das Kindheitstrauma eingerahmt und sämtliche Aspekte des Lebens von Goebbels in diesem Licht betrachtet. Abgesehen von diesem Kritikpunkt ist das Buch aber eine äußerst interessante Darstellung, in der Leben und Tod von einem der schrecklichsten Personen des 20. Jahrhunderts dargelegt werden. Man erkennt in Longerichs Buch, das besonders von den Goebbels-Tagebüchern als Quelle profitiert, eindeutig dessen umfassendes Wissen über die Geschichte des ‚Dritten Reichs‘.

Bewertung: 4 von 5
Urteil: Daumen hoch.

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